Stellungnahme zum Erweiterungsfach im neuen Lehramt

Auch in der Vorlesungsfreien Zeit kommen wir nicht zur Ruhe! Aktuell beschäftigt uns die Diskussion um das Erweiterungsfach im neuen Lehramt. Ihr findet hier eine Stellungnahme unserer Fachratsvertreter*innen dazu:

Liebe Mitglieder des Fachrates, Lieber Herr Bomm, Lieber Herr Kramer,

angeregt durch ein Vernetzungstreffen mit dem AK-Lehramt bezüglich des Erweiterungsfachs (3. Fach) im neuen Lehramt möchten wir diese Diskussion im Fachrat anstoßen. Da die Fächer bis zum 16. März 2017 rückmelden müssen, ob sie die Möglichkeit eines Erweiterungsfachs anbieten werden, möchten wir uns als studentische Vertreter*innen stark für die Option „Erweiterungsfach“ aussprechen.
Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass bei einer Befragung des AK-Lehramts ein großes Interesse an einem Drittfach festgestellt werden konnte. Diesem Bestreben gehen gegenwärtig 1/5–1/4 der Staatsexamenskandidat*innen nach. Wir wünschen uns, dass das Bildungsinteresse der Studierenden auch zukünftig durch ein drittes Fach gefördert wird.
Da zu befürchten ist, dass zum Wintersemester 2017/2018 in Baden-Württemberg Zweitstudiengebühren in Höhe von 650€ pro Semester eingeführt werden, ist ein Parallelstudium nicht zumutbar. Außerdem zwingt der Beginn eines Parallelstudiums die Studierenden dazu, sich in einem Fach doppelt einzuschreiben. Dies führt dazu, dass sie in zulassungsbeschränkten Fächern Plätze potenzieller Kommiliton*innen besetzen.
Zusätzlich würde das Angebot eines Drittfachs die Attraktivität des Studienstandortes Heidelberg für die Geschichtswissenschaften aufrechterhalten. Zumal an anderen Standorten in Baden-Württemberg sukzessive die Möglichkeit zum Drittfach geboten wird, so auch in Karlsruhe oder Stuttgart.
Um eine nachhaltige Entwicklung des Faches Geschichte zu gewährleisten, ist eine umfassende Ausbildung von Lehrkräften unabdingbar. Die Neugier an der Geschichtswissenschaft wird nicht zuletzt durch ihre Präsenz in anderen Fachbereichen, wie Politik- und Sozialwissenschaften, Philologien, Philosophie und Theologie, Geographie (um nur einige zu nennen) geweckt. Diesen Studierenden möchten wir ermöglichen, einen zusätzlichen Einblick in die historisch-kritische Methode zu gewinnen. Diese Chance gilt es nicht nur der Universität, sondern auch der Schulen wegen zu ergreifen. Seit Jahren gibt es die Tendenz zu immer mehr fachfremdem Unterricht. Darunter fällt insbesondere der Unterricht in der Sekundarstufe I. Doch gerade hier werden entscheidende fachliche Grundlagen (z.B. Quellenkritik, Medienkompetenz, etc.) gelegt und Begeisterung für ein Fach geweckt. Vor allem die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sind hiervon stark betroffen.
Es ist unsere Überzeugung, dass nur durch im Fach gut ausgebildete Lehrkräfte die jeweiligen Grundlagen am besten gelegt werden können. Folglich liegt es im Interesse des (Universitäts-) Faches, durch die Ausbildung kompetenter und engagierter Lehrkräfte Wissbegierde bei Schülerinnen und Schülern auszulösen und sie so zu einem Studium der Geschichtswissenschaften zu motivieren.
Getrost können wir die Vorteile, die eine solche Profilerweiterung im beruflichen Alltag mit sich bringt – von der flexibleren Stundenplangestaltung in den Schulen, über den Bewerbungsvorteil des Einzelnen, bis hin zur Multiperspektivität im Unterricht – unerwähnt lassen.
Als studentische Mitglieder des Fachrats Geschichte streben wir eine umsetzbare Lösung für das Erweiterungsfach am Historischen Seminar Heidelberg an. Wir treten für eine studierbare Prüfungsordnung sowohl mit Hauptfachanforderung (120 ECTS) als auch mit Beifachanforderung (90 ECTS) ein.
Hieran möchten wir gemeinsam und konstruktiv mit Ihnen arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen,
die studentischen Vertreter*innen im Fachrat Geschichte
Till Beese, Marianne Bretzel und Sara Tot

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