Geschichte der Fachschaft

Die Studienfachschaft Geschichte ist Teil der Verfassten Studierendenschaft der Universität Heidelberg. Als Verfasste Studierendenschaft wird der per Gesetz geregelte Zusammenschluss der Studierenden bezeichnet.

Abschaffung und Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft

Als Teil der Hochschulen obliegt die Verfasste Studierendenschaft dem Kompetenzbereich der Länder. In Baden-Württemberg wurde die Verfasste Studierendenschaft 1977 per Gesetz abgeschafft. Erst Ende 2013 konstituierte sie sich an der Universität Heidelberg neu, nachdem im Juli 2012 das „Gesetz zur Einführung einer Verfassten Studierendenschaft und zur Stärkung der akademischen Weiterbildung“ den Weg für einen Neuanfang geebnet hatte.

In der Zwischenzeit existierten vor allem informelle Strukturen. Oft wurden diese finanziell und rechtlich durch gemeinnützige Vereine abgesichert. In unserem Fall war das der immer noch bestehende Hexenturm Heidelberg e.V. Über diese Vereine konnten sich die informellen Fachschaften eine finanzielle Unabhängigkeit schaffen, die es ermöglichte, eigene Projekte und Veranstaltungen zu finanzieren.

Auf universitärer Ebene existierte die Fachschaftskonferenz (FSK), ein Zusammenschluss der informellen Fachschaften aller Fächer. Gerade auf finanzieller Ebene war sie aber stark von Universitätsverwaltung und Rektorat abhängig, da diese über die Förderung von Gruppen, Projekten und Aktionen mitentscheiden konnten.

Diese Einschränkung existiert bei der Verfassten Studierendenschaft nicht. Sie besitzt Satzungshoheit, d.h., die Studierenden dürfen eine eigene Satzung ausarbeiten und verabschieden, sowie Finanzhoheit, d.h., sie verwaltet ihr eigenes Budget, das sich v.a. aus Beiträgen der Studierenden zusammensetzt.

Der Weg zur Konstituierung

Zur Ausarbeitung der Satzung richtete die FSK die AG Verfasste Studierendenschaft ein. In dieser wirkten zunächst alle größeren politischen Hochschulgruppen und viele der informellen Fachschaften mit – auch Studierende aus unserem Fach waren entscheidend beteiligt. Aufgrund von Differenzen über die Ausgestaltung des maßgeblichen beschlussfassenden Gremiums der Verfassten Studierendenschaft bildeten sich zwei unabhängig voneinander agierende Gruppen, die jeweils einen eigenen Satzungsvorschlag einreichten.

Die Vertreter der Geschichte unterstützten das ursprüngliche Modell eines Studierendenrats, in den Fachschaften ihre eigenen Vertreter entsenden können. Damit aber auch die Meinung der politischen Hochschulgruppen nicht zu kurz käme, sollten zusätzlich über zentrale, uniweite Wahlen Listen gegeneinander antreten können, um weitere Plätze im StuRa zu besetzen.

Das Gegenmodell war das des Studierendenparlaments, in dem alle Plätze durch so eine Listenwahl besetzt würden. Zusätzlich dazu hätte es eine zweite Kammer gegeben, die FSK. Während das Studierenparlament sich vor allem um finanzielle und hochschulrelevante politische Fragen gekümmert hätte, hätte sich die FSK vor allem mit den Belangen der Fachschaften auseinandergesetzt, z.b. Prüfungsordnungen u.ä.

In einer universitätsweiten Urabstimmung vom 13.-15.5. entschieden sich die Studierenden für das Modell des Studierenderats.  Dabei stimmten 58,87% der Studierenden insgesamt für dieses Modell. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,55%.

Vor allem in „unserem“ Wahlraum 1, der Altstadt, war die Unterstützung des Modells durch die kleineren Fachschaften entscheidend. So konnte das StuRa-Modell hier trotz der Ablehnung der Fachschaft Jura eine knappe Mehrheit erlangen.

Die ersten Wahlen zum Studierendenrat, in denen auch die ersten beiden Vertreter der neu zu gründenden Studienfachschaft Geschichte gewählt wurden, fanden vom 18.-20.11.2013 statt.

Auf der ersten Sitzung eines Organs einer Verfassten Studierendenschaft in Heidelberg seit 36 Jahren wurden am 10.12.2013 die zentralen Organe, der Studierendenrat (beschlussfassend), die Referatekonferenz (ausführend) und die Schlichtungskommission, konstituiert.

Die Fachschaft nimmt Form an

Im Gegensatz zum StuPa-Modell, das Fachschaften nur auf Fakultätsebene vorsah, gab das StuRa-Modell den Fachschaften die Möglichkeit, sich auf Fachebene eine eigene Satzung zu geben und damit eine rechtliche Basis für die Fachschaftsarbeit zu schaffen.

Die Satzung der Studienfachschaft Geschichte war bereits im Herbst 2013 von einigen Studierenden der Geschichte im Rahmen der allgemein zugänglichen AG Satzung ausgearbeitet worden. Ziel war es gewesen, die bisherigen informellen Strukturen der studentischen Organisation und Interessensvertretung am Seminar in diesen rechtlich abgesicherten Rahmen zu überführen.

Der Vorschlag der AG Satzung wurde am 7.1.2014 durch die Verfasste Studierendenschaft bekanntgegeben und vom 20.-22.1.2014 in einer Urabstimmung von den Studierenden unseres Faches angenommen.

Am 22.1.2014 fand dann auch die konstituierende Sitzung unserer Fachschaft statt.

Weiterführende Informationen:

Gesetz zur Wiedereinführung einer Verfassten Studierendenschaft im Mitteilungsblatt des MWK

Informationsflyer der Universitätsverwaltung zur Abstimmung StuRa/StuPa

Organisationssatzung der Verfassten Studierendenschaft der Universität Heidelberg

Satzung der Studienfachschaft Geschichte der Universität Heidelberg